PHQ-9 vs GAD-7: Welches Screening passt zu Ihnen?
Wer die eigene psychische Gesundheit messen will, stellt sich zuerst eine praktische Frage: welcher Fragebogen? Die häufigsten Kurzscreenings sind PHQ-9 (Depression) und GAD-7 (Angst). Beide dauern Minuten, nutzen 0–3-Skalen und sind in der Hausarztmedizin validiert. Sie konkurrieren nicht—sie beantworten unterschiedliche Fragen. Dieser Leitfaden hilft beim Einstieg und zeigt, wann beide sinnvoll sind.
Wofür jedes Instrument steht
PHQ-9 erfasst depressive Symptome der letzten zwei Wochen: Stimmung, Interesse, Schlaf, Appetit, Müdigkeit, Schuld, Konzentration, Psychomotorik, Selbstverletzungsgedanken. Summe 0–27. Details: PHQ-9 Leitfaden.
GAD-7 erfasst generalisierte Angst: Anspannung, Grübeln, Entspannungsprobleme, Unruhe, Gereiztheit, Katastrophenfurcht. Summe 0–21. Details: GAD-7 erklärt.
Schnelle Entscheidungshilfe
| Wenn das am ehesten passt… | Start mit |
|---|---|
| Leer, traurig, kein Antrieb, Interessenverlust | PHQ-9 |
| Dauergrübeln, Anspannung, „Was-wäre-wenn“ | GAD-7 |
| Beides seit zwei+ Wochen | Beide (am selben Tag möglich) |
| Hauptproblem Schlaf | ISI plus Stimmung/Angst |
| Arbeit oder Beziehungen leiden | WSAS plus PHQ-9 und/oder GAD-7 |
Warum viele beide brauchen
Depression und Angst sind häufig kombiniert. Sorgen können Energie rauben; gedrückte Stimmung verstärkt Katastrophendenken. In der Klinik sind beide bei Aufnahme üblich, weil nur das dominante Symptom die treibende Beeinträchtigung verdecken kann.
Digital zeigen beide eine Verlaufs-Baseline: Angst sinkt, Depression bleibt—Hinweis, Grübeln und Vermeidung gezielt zu behandeln. Lesen Sie Depression verstehen und Angst verstehen für den Alltagskontext.
Schwellen im Überblick
PHQ-9: 0–4 minimal, 5–9 leicht, 10–14 mittel, 15–19 mittelschwer, 20–27 schwer. Viele handeln ab 10+ bei anhaltenden Symptomen.
GAD-7: 0–4 minimal, 5–9 leicht, 10–14 mittel, 15–21 schwer. 10+ löst oft Abklärung aus.
Das sind Screening-Bänder, keine Diagnosen. Trauer, Krankheit, Substanzkonsum, Trauma zählen immer mit.
Bewältigung während Sie auf Follow-up warten
Screening ist ein Startpunkt, kein Behandlungsplan. Bei leichten bis mittleren Werten können evidenzbasierte Selbsthilfemaßnahmen helfen, während Sie einen Termin vereinbaren:
- Schlafroutine — Konstante Aufstehzeit; bei zentralen Schlafproblemen ISI nutzen.
- Bewegung und Ernährung — Regelmäßige Spaziergänge und ausgewogene Mahlzeiten unterstützen Stimmung und Sorgeregulation.
- Erdung und Achtsamkeit — Achtsamkeitstechniken für Atemübungen und Gegenwartsbezug.
- Soziale Verbindung — Isolation verschlechtert PHQ-9- und GAD-7-Muster; Selbstfürsorge umfasst Grenzen und Unterstützungssuche.
Wenn Burnout am Arbeitsplatz oder Burnout in Beziehungen der Hauptstressor ist, adressieren Sie die Umgebung—not nur Symptome.
Was beide nicht abdecken
Weder PHQ-9 noch GAD-7 screenen spezifisch PTBS, Zwang, Panik, Bipolarität, ADHS oder Psychose—Symptome direkt benennen. Für Funktion: WSAS. Für Schlaf: ISI. ADHS und psychische Gesundheit ist relevant, wenn Aufmerksamkeit und Exekutivfunktion dominieren.
Wann dringend Hilfe suchen
Suchen Sie sofort Hilfe bei Selbstverletzungsgedanken, Plänen oder Absicht—unabhängig vom PHQ-9-Gesamtwert. Das PHQ-9-Item zu Selbstverletzung rechtfertigt Notfall- oder Krisenhotline-Kontakt, wenn es über null bewertet wird.
Suchen Sie auch prompte Versorgung bei schweren Werten (PHQ-9 20+, GAD-7 15+), Psychose, Unfähigkeit zur Selbstversorgung oder raschem Verschlechtern nach einem Lebensereignis. Nutzen Sie One Mental Hub für Verlauf und teilen Sie Trends mit Fachpersonen. Frühes Screening erklärt, warum Messen vor der Krise wichtig ist.
Screening-Routine aufbauen
- Nach Tabelle PHQ-9, GAD-7 oder beides wählen.
- In stabilen Phasen monatlich, in Stress monatlich oder wöchentlich nach Vereinbarung wiederholen.
- Lebensereignisse neben Werten notieren (Jobverlust, Konflikt, Krankheit).
- Steigende Werte auf One Mental Hub teilen.
- Bei Selbstverletzungsgedanken sofort Notfallhilfe—unabhängig von Werten.
Fallskizzen: welche Tür passt?
Nach Jobverlust — Schlaf- und Appetitveränderung, Weinen, Interessenverlust: PHQ-9 starten; GAD-7 ergänzen, wenn „Was, wenn ich nie wieder arbeite?“ dominiert; WSAS, wenn Bewerbungen oder Soziales ausbleiben.
Vor Präsentationssaison — Sonntags Unruhe und Dread: GAD-7 starten; PHQ-9, wenn Stimmung nach Events einbricht; Soziale Angst bei situativer Furcht.
Frischgebackene Eltern — Fragmentierter Schlaf: ISI starten; PHQ-9 für Stimmung, GAD-7 für katastrophisches Sorgen um die Gesundheit des Kindes.
Ergebnisse mit Fachpersonen teilen
Exportieren oder zeigen Sie Verlaufslinien von One Mental Hub bei der Aufnahme. Markieren Sie Lebensereignisse neben Spitzen, damit Fachpersonen Werte nicht nur der Biologie zuschreiben.
Re-Screening nach Behandlungsbeginn
Bei Therapie- oder Medikationsstart PHQ-9 und GAD-7 in Woche 4 und 8 wiederholen. Asymmetrische Verbesserung (GAD-7 sinkt, PHQ-9 stagniert) zeigt, welche Diagnose mehr Fokus braucht—praktischer Grund, warum Klinikerinnen gepaarte Daten schätzen.
Fehler vermeiden beim kombinierten Screening
Beide Fragebögen am selben Tag ausfüllen ist in Ordnung—antworten Sie ehrlich für dieselben zwei Wochen, nicht für Ihren schlimmsten Monat. Notieren Sie danach kurz, welches Symptom am meisten stört; das hilft Fachpersonen, Prioritäten zu setzen.
Vergleichen Sie Ihre Werte nicht mit anderen. Ein PHQ-9 von 8 kann bei Ihnen schwer belastend sein, wenn WSAS hoch ist—Kontext schlägt reine Zahlen.
Wiederholen Sie nach vier Wochen Selbsthilfe oder nach Therapiebeginn. Asymmetrische Veränderungen sind klinisch wertvoll und rechtfertigen oft Anpassung der Behandlung.
Digitale Verlaufslinien auf One Mental Hub
Auf One Mental Hub können PHQ-9 und GAD-7 nebeneinander getrackt werden—ideal, um zu sehen, ob Medikation, Therapie oder Lebensereignisse die richtige Symptomgruppe beeinflussen. Exportieren Sie Trends vor Klinikterminen; das spart Zeit und macht Ihre Erfahrung präziser. Kombinieren Sie digitale Verläufe mit kurzen Notizen zu Medikamenten, Schlaf und Stressoren—Fachpersonen können so schneller die passende Behandlung wählen. Lesen Sie bei dominierendem Schlafproblem zusätzlich ISI und bei funktionellem Rückgang WSAS.
Fazit
Es gibt keine falsche Tür bei ehrlicher Symptombeschreibung. Stimmung dominiert → PHQ-9. Sorgen dominieren → GAD-7. Alles fühlt sich schwer an → beide plus WSAS. Screening ist der erste Satz eines längeren Gesprächs—not das letzte Wort.